Inhaltszusammenfassung „Der Kaiser von Atlantis“

Von Michelle Weber (Heinrich-Böll-Gymnasium Ludwigshafen am Rhein, LK Deutsch)

 

In der Oper „Der Kaiser von Atlantis“ wird thematisiert, wie grausam das Leben und wie sinnlos ein Kampf sein kann, wenn es keinen Tod mehr gibt.

Die Oper besteht aus vier Bildern und wie alle Personen tritt auch der Tod als allegorische Figur auf. Da dieser sich durch das grausame und sinnlose Töten im Krieg verhöhnt und nicht mehr gewürdigt fühlt, beschließt er, seinen Dienst zu quittieren, um dem Herrscher und dem Volk von Atlantis vor Augen zu führen, dass man ihn braucht, um dem Leben und Handeln Sinn zu verleihen und um Leiden nicht sinnlos zu verlängern.

 

Eröffnet wird das Werk mit einer Einführung des Lautsprechers, der als Erzähler zum einen die Figuren vorstellt, zum anderen aber auch an der Handlung Anteil hat, indem er Fragen der Figuren beantwortet.

Im ersten Bild philosophieren Harlekin und der Tod, in Gestalt eines Soldaten, über ihr Dasein. Sie erinnern sich an die glorreiche Vergangenheit, als durch den Trommler im Auftrag des Kaisers Overall der Krieg aller gegen alle ausgerufen wird. Da hierbei die Arbeit des Todes als eine Selbstverständlichkeit erachtet wird, sieht sich der Tod in seiner Bestimmung nicht mehr gewürdigt und legt seinen Dienst nieder.

Schon im zweiten Bild wird deutlich, welche schwerwiegenden Folgen die Entscheidung des Todes für das Regiment Overalls hat: Ein hingerichteter Attentäter und viele kranken Soldaten dürfen nicht sterben. Overall fürchtet dadurch zuerst den Verlust seiner Vormachtstellung, preist dann aber das ewige Leben als ein von der Regierung gegebenes Geschenk für das Volk an, um das damit einhergehende Leiden abzuschwächen.

Das dritte Bild ist als eingeschobene Nebenhandlung zu verstehen, aber inhaltlich dennoch ausschlaggebend, denn hier werden die Folgen der Tod-Verweigerung für den als siegreich betitelten Krieg zum Ausdruck gebracht. Soldat und Bubikopf kämpfen und nachdem sich Bubikopf im Kampf als Mädchen entpuppt, schlägt die Feindseligkeit schnell in Liebe um. Nun sind beide nicht mehr bereit dazu, den geforderten Kampf fortzuführen.

Ab diesem Punkt wird deutlich, dass den Machthabern durch die Entscheidung des Todes, niemanden mehr sterben zu lassen, das stärkste Druckmittel zum Erreichen ihrer Ziele entzogen wurde; denn Krieg ohne Sterben ist sinnlos.

Die Auswirkungen des fehlenden Todes werden im vierten Bild noch deutlicher. Der Lautsprecher berichtet Overall, der den Krieg weiterführen möchte, von einer weiteren von Empörern eroberten Krankenstation. Hier wird deutlich gemacht, dass das Volk die vorherrschenden Zustände begriffen hat und diese nicht mehr akzeptiert. Angesichts der Ausnahmesituation gerät Overalls Weltbild zunehmend ins Schwanken: Er zweifelt sein Menschsein an und schaut in den Spiegel, um Gewissheit zu haben. Doch ihm schaut nun nicht sein Spiegelbild entgegen, sondern der Tod. Dieser preist sich als der Erlöser von allem Leid an. Overall erkennt, dass Leben ohne Sterben nicht möglich ist.

Der Tod bietet daraufhin an, seinen Dienst wieder aufzunehmen, fordert aber im Gegenzug dazu, dass Overall als erstes mit ihm gehen müsse. Dieser willigt ein und erklärt bei seinem Abschied den Krieg für beendet. Das Stück endet mit der Warnung, den Tod nicht zu verhöhnen.

 

Neue Termine: Dokumentation/Filmmitschnitt zum "Kaiser von Atlantis"

Filmdokumentation: Am 12.11. in der VHS Ludwigshafen | Details hier klicken
Live-Mitschnitt: Am 19.11. in der VHS Ludwigshafen | Details hier klicken


Der Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V. ist in der Planung und Durchführung neuer Projekte. In Kürze wird diese Seite umfassend erneuert.

Bis dahin können Sie sich über den "Kaiser von Atlantis" informieren.

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