„Entartete“ Musik

Von Leon Balde (Heinrich-Böll-Gymnasium Ludwigshafen am Rhein, LK Deutsch)

„Deutsch sein heißt klar sein.“ „So wenig wie sich das Wesen und das Blut unseres Volkes ändert, muß auch die Kunst den Charakter des Vergänglichen verlieren“, so beschrieb Hitler die perfekte deutsche Kunst während der 1. Großen Deutschen Kunstaustellung in München 1937. Jegliche anderen Formen der Kunst, die nicht Hitlers Vorstellung von „deutscher Kunst“ entsprechen, seien nur „gekünsteltes Gestammel“. Laut dem damaligen „Führer“ sei Kunst vor allem dann gelungen, wenn sie ein „würdiger Ausdruck des Lebensverlaufs unseres Volkes“ sei. In Sachen der Interpretation hatte Hitler auch eine deutliche Meinung, Kunst müsse verstanden werden, und zwar von den „gesunden breiten Massen des Volkes“. Kunst, die das Volk verwirre anstatt es freudig zu unterstützen, schaffe nur „Ärger und Verdruß“.

Nicht nur die darstellende Kunst war ein Themenbereich, welcher stark der Zensur unterzogen wurde, sondern auch die Musik. Zu dieser nahm Hitler in seiner Kulturrede auf dem Reichsparteitag im Jahre 1937 in Nürnberg Stellung. Das sogenannte „Wirwarr von Tönen“ sei kein Mittel die Aufmerksamkeit von den Zuhörern zu erreichen. Dies sollte eher durch „erahnt[e] und erfühlt[e] Schönheit“ erreicht werden.

Die klassische Musikgestaltung in der NS-Zeit war durch den 4/4-Takt, einfache Harmonik und fanfarenartige Einwürfe gekennzeichnet. Ein Paradebeispiel dafür ist das Lied „Die Fahne hoch“, auch bekannt als Horst-Wessel-Lied. Auffallend in diesem und ähnlichen, von den Nazis präferierten Liedern ist, dass sie durch ihre einfache musikalische Gestaltung einfach mitzusingen waren und man dazu im Gleichschritt marschieren konnte. So konnte sich auch der Inhalt besonders gut einprägen, der in der Regel von Gemeinschaftsideologie und pseudoreligiösem Führerkult gekennzeichnet war.

 

 

Quellenverzeichnis:

Hitlers Rede zur Eröffnung der „1. Großen Deutschen Kunstausstellung“ im Haus der Kunst, München, in: Völkischer Beobachter, 19. Juli 1937, S. 1ff.

Hitlers Rede auf dem Reichsparteitag 1937, 6.-13. September 1937, Nürnberg.

Beides aus: Max Domarus (Hrsg.), Hitler: Reden und Proklamationen 1932-1945, Band I: Zweiter Halbband (1935-1938), Verlag Richard Löwit, Wiesbaden, 1973, S. 706-720.

Neue Termine: Dokumentation/Filmmitschnitt zum "Kaiser von Atlantis"

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